Der Elektroblog

KI im Elektrohandwerk: So nutzen Betriebe generative KI heute

Geschrieben von Elektromarken | 1.4.2026

Nachdem Prof. Dr. Christian Stummeyer im ersten Teil seiner Keynote erklärt hatte, wie generative KI funktioniert, ging es im zweiten Teil um die Frage, die für viele Betriebe im Saal noch wichtiger war:

Was bedeutet das konkret für den Arbeitsalltag im Elektrohandwerk?

Denn KI ist längst nicht mehr nur ein Experiment für Tech-Teams oder große Konzerne. Viele der gezeigten Beispiele lassen sich heute bereits mit wenigen Tools im Alltag einsetzen – vom Marketing über Kundenservice bis zur internen Organisation.

Gleichzeitig wurde im Vortrag deutlich:
Wer KI nutzen möchte, muss nicht programmieren können – aber verstehen, wie man mit ihr arbeitet.

 

🎬 Clip-Empfehlung Einstieg

Start:
„Viele von Ihnen machen das ja – wenn Sie mich fragen, ein optimaler Prompt hat fünf Komponenten…“

Ende:
„…damit sind Sie schon relativ gut aufgestellt.“

⏱️ ca. 26:10 – 27:10

 

Wie man KI richtig fragt: Die Kunst des Promptings

Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Vortrags war erstaunlich simpel:
Die Qualität der KI hängt stark davon ab, wie wir fragen.

Stummeyer zeigte, dass ein guter Prompt meist aus fünf Elementen besteht:

1️⃣ Rolle definieren
(z. B. „Du bist ein erfahrener Elektroinstallateur“)

2️⃣ Aufgabe klar beschreiben

3️⃣ Zielgruppe benennen

4️⃣ Tonalität oder Stil festlegen

5️⃣ Format der Antwort vorgeben
(z. B. Tabelle, Stichpunkte oder kurzer Text)

Der Hintergrund ist einfach: Ein Sprachmodell ist kein Gedankenleser. Je klarer wir beschreiben, was wir brauchen, desto besser wird das Ergebnis.

Gerade im Elektrohandwerk kann das schnell hilfreich sein – etwa wenn es darum geht, Angebote verständlicher zu formulieren, Inhalte für eine Website zu schreiben oder technische Themen für Kunden aufzubereiten.

 

🎬 Clip-Empfehlung

Start:
„Ein optimaler Prompt hat fünf Komponenten…“

Ende:
„…das ist ja ein Sprachmodell und kein Gedankenleser.“

 

 

Drei einfache Tricks für bessere KI-Ergebnisse

Neben der Struktur eines guten Prompts nannte Stummeyer drei überraschend einfache Faktoren, die die Qualität der Ergebnisse deutlich verbessern können.

1. Höflich bleiben

Auch wenn es ungewöhnlich klingt: Studien zeigen, dass höfliche Formulierungen tatsächlich bessere Antworten liefern können.

Ein einfaches „Bitte“ oder „Danke“ sorgt häufig dafür, dass das Modell den Kontext präziser verarbeitet.

2. Erfahrung in die Rolle einbauen

Ein Prompt wie
„Du bist ein Elektroinstallateur“
liefert andere Ergebnisse als

„Du bist ein erfahrener Elektroinstallateur mit 20 Jahren Berufserfahrung.“

Das Modell greift dann stärker auf Begriffe und Formulierungen zurück, die typischerweise mit dieser Erfahrung verbunden sind.

3. Dem System Zeit geben

Wenn man dem Modell signalisiert, dass eine Aufgabe wichtig ist und es sich Zeit nehmen soll, nutzt es mehr Rechenleistung – und liefert häufig strukturiertere Antworten.

 

Wo generative KI im Elektrohandwerk heute helfen kann

Im weiteren Verlauf des Vortrags wurde deutlich, dass generative KI vor allem dort stark ist, wo viel mit Text, Informationen oder Kommunikation gearbeitet wird.

Stummeyer nannte unter anderem folgende Anwendungsfelder:

  • Marketing und Kundenkommunikation
  • Vertriebsunterstützung
  • Zusammenfassungen von Meetings oder Dokumenten
  • Analyse von Daten und Berichten
  • Unterstützung bei Stellenanzeigen oder Ausbildungsberichten

Gerade kleinere Betriebe können hier profitieren, weil viele Aufgaben schneller vorbereitet werden können – ohne dass dafür zusätzliche Ressourcen notwendig sind.

🎬 Clip-Empfehlung

Start:
„Insofern glaube ich wird klar, es gibt eine Menge Anwendungsfelder…“

Ende:
„…Marketing, Vertrieb, Kundenservice.“

Wo KI an ihre Grenzen stößt

So beeindruckend viele Beispiele im Vortrag auch waren – Stummeyer sprach auch offen über die Grenzen der Technologie.

Ein bekanntes Problem sind sogenannte Halluzinationen. Dabei erzeugt das Sprachmodell Inhalte, die plausibel klingen, aber nicht korrekt sind.

Das liegt daran, dass KI kein Wissenssystem ist, sondern mit Wahrscheinlichkeiten arbeitet.

Deshalb bleibt ein wichtiger Grundsatz:

„Wir Menschen werden gebraucht, immer nochmal drüber zu schauen.“

Ein zweiter Punkt betrifft den Datenschutz.
Wer KI nutzt, sollte sich bewusst sein, dass viele Modelle Daten auf Servern außerhalb Europas verarbeiten. Persönliche Daten oder vertrauliche Unternehmensinformationen gehören deshalb nicht in öffentliche KI-Systeme.

🎬 Clip-Empfehlung

Start:
„Was wir hier sehen ist eine klassische Halluzination…“

Ende:
„…das System ist kein Wissensmodell.“

Fazit: KI ausprobieren, verstehen und Schritt für Schritt einsetzen

Am Ende seines Vortrags gab Stummeyer eine klare Empfehlung:
Unternehmen sollten generative KI nicht nur beobachten, sondern aktiv ausprobieren.

Nicht jede Anwendung wird sofort funktionieren – aber viele Betriebe entdecken bereits heute Möglichkeiten, die Arbeit zu erleichtern.

Sein Rat an die Teilnehmer war deshalb einfach:

Offen bleiben.
Neugierig bleiben.
Und bereit sein, neue Technologien auszuprobieren.

Denn wie so oft in der digitalen Entwicklung gilt auch hier:
Wer früh versteht, wie ein Werkzeug funktioniert, kann es später deutlich besser nutzen.